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1999 Einzelausstellung FNAC, Forum des Halles, Paris, Frankreich

1. Mai bis 10 Mai 2001: Salle d'Exposition de l'Office du Tourisme, 1 av. Georges Clemenceau, F-66400 Ceret, Frankreich. Einzelausstellung

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Künstlerische Vita

Christel Arnolds Bilder leuchten dem Betrachter entgegen. Die vitale Kraft ihrer Farben und die Dynamik des Malduktus besonders in den Bildern in Temperatechnik konfrontieren ihn unmittelbar und subjektiv . Ihre Intention ist es, die Lebendigkeit der Farben zu erhalten und sie durch starke Farbkontraste zu steigern. Jede Farbe erhält ihre individuelle Persönlichkeit zugeteilt, dort am intensivsten, wo sie ihre Intensität und Reinheit bewahrt und ihre charakteristischen Eigenschaften entwickelt: Laut und leise, kommunikativ, sanft, trostreich, aufreizend, schwer oder leicht. Treten diese farbigen „Individuen“ nun in Bezug zueinander, entwickeln sie eine spannende Interaktion, sie schaffen Beziehungen, grenzen sich ab, beleben oder besänftigen einander. Mit jeder neu hinzukommenden Farbe verändert sich die gesamte Leinwandbühne und fordert zu neuen Reaktionen auf. Dieses Antworten auf immer neue Farbsituationen und die Ausschöpfung vieler Variationsmöglichkeiten macht den Reiz dieser Malerei aus.

Christel Arnold verleiht dem offengelassenen Entstehungsprozess eines Bildes ein größeres Gewicht als der reproduzierten Vorstellung  eines geplanten Bildes. In intuitiver Annäherung wachsen die Bilder, getragen von Gefühl, Spannung, tieferem Erleben wie Freude, Trauer, Trennung. Die innere Bewegtheit dieses Fühlens entspricht dem Rhythmus und der Vehemenz des Pinselduktus in einer schnellen und konzentrierten Malaktion, bei der nichts hinzugefügt und nichts weggenommen werden kann und Erleben als Einheit  gestaltet und erhalten bleibt.Die Bilder sind Mitteilungen aus einer inneren Quelle, getragen von der Emotion, anschaulich gemacht über Farbempfindungen, welche auch die Seele des Betrachters beleben mögen.

Die Bilder von Christel Arnold haben sich im Laufe der Entwicklung zu einem eigenen Stil von düsterer Farbigkeit zu Farbenfreude und Mut zur Farbe entfaltet. Auch wurde die Gegenständlichkeit der frühen Malperiode immer mehr aufgegeben um den Ausdruck der Farbe zu steigern.

So entstanden1982 die ersten rein abstrakten Bilder mit dynamisch pulsierenden kreisenden Formen und Linien als Zeichen der Wandlung und Verwandlung, des Kosmischen, der Symbolik des Weiblichen und der Seele. Seit 1985 erhalten Abstraktionen nach der Natur immer stärkeres Gewicht. Die Schönheit und der Reichtum von Farben und Formen in der Natur  haben schon immer die Aufmerksamkeit der Künstlerin auf sich gezogen, ebenso  die Kräfte des Wachsens, Werdens und Vergehens im Rhythmus der Jahreszeiten.

 Vom Erleben der Naturprozesse  führte ein gerader Weg zu der für Grunderfahrungen des Lebens und dem  Kommunizieren mit unbewussten Schichten, oft ausgelöst durch intensive persönliche Erlebnisse. Verborgenes, Unsichtbares, Geahntes, Mystisches drängt an die Oberfläche.

1995 intensiviert sich der Kontakt zu geistigen Welten, beginnend mit dem Ölbild „Die  Welt dahinter“, wie auch zum Themenbereich Engeln und Licht, ausgelöst durch ein Nahtoderlebnis. Die Bilder, speziell die Arbeiten in Tempera auf Papier, wirken seitdem in sich ruhender und in der Form weniger geballt und spannungsgeladen.

Wesentlich weniger spontan und unmittelbar gestaltet Christel Arnold hingegen die Malerei in Öl auf Leinwand. Deren Formen sind abgegrenzter, die Farben werden flächiger aufgetragen, starke Farbkontraste stoßen hart aufeinander. Diese bilden Räume, die immer wieder aufgehoben werden und plastische Stellen wechseln mit flächigen ab. Ihre Malerei in Öl wirkt  klarer, nicht zuletzt durch durchdachtere Kompositionselemente, die immer wieder von der dynamischen Schrägen und dem Kreis gebildet werden. Sowohl das große Format als auch die Technik der Ölmalerei mit ihren langen Trockenzeiten führten zu diesen Unterschieden in der Malweise. Die Entwicklung des Bildes aus dem spontanen Beginnen und Antworten mit Farben verläuft jedoch ähnlich wie bei den Arbeiten in Tempera.. Bei den großen Formaten ist bisweilen eine kleine Teilskizze zum Herausarbeiten der Komposition erforderlich. Der Kontakt zur Natur, zu inneren Erlebnissen, zum Geistigen  bildet auch hier  die Substanz und die Bereicherung, die für die emotionale Umwandlung in lebendige Farben in einem schöpferischen Prozess notwendig ist. Dieser Prozess ist nicht immer  abrufbar, deswegen sollte man gerade bei so schnell entstandenen emotionalen Bildern nicht den üblichen Zeitbegriff anwenden.  Erst das Leben und die Intensität und Sensibilität des inneren Erlebens ermöglichen die Entstehung dieser Bilder.

Der symbolistische Maler Odilon Redon drückte dies einmal sehr weise aus: “Damit uns ein Kunstwerk anzieht und berührt, muss man ein seelisches und geistiges Bedürfnis darin ahnen können, einen unerklärlichen und tief empfundenen Mangel, dessen Ursache im Daseinsschmerz liegt, den der Künstler im Schöpfungsakt auszugleichen sucht.“

Neben der Malerei entdeckte Christel Arnold schon im Jahr 1976 die Technik der Collage als Ausdrucksmittel. Sie setzt abstrakte und reale Bildelemente neu zusammen zu verfremdeten Aussagen. Dabei verschmelzen auch hier die innere Vorstellungswelt mit der  äußeren Realität von Fotos und Materialfragmenten. Auch hier arbeitet sie in Kontakt mit dem Unbewussten, so dass ungeahnte Welten biografischer Aufarbeitung unbewusst entstanden. In ihren späteren Collagen dominieren dann immer mehr die Materialstrukturen, die im freien Austausch ständig neue Variationen erfahren. Auch in dieser Technik lässt sie die Collagen wachsen, sie entstehen durch Sehen und spielerisches Ausprobieren. Ihre Sammelleidenschaft mit Vorliebe für Relikte, für Altes, Zerschlissenes, in denen die Zeit sowie Wetter und Wind Spuren hinterlassen haben, sind der Fundus für die Schaffung immer neuer Welten.